1 jun. 2012


FORMOSA. EL BAÑADO LA ESTRELLA, TIERRA DEL JABIRU


Fauna de agua y tierra


Unas 400.000 hectáreas forman el Bañado La Estrella, en el noroeste de Formosa. Se trata de una asombrosa reserva natural donde viven numerosas especies animales: por tierra y por agua, las excursiones de ecoturismo permiten observar una increíble cantidad de aves en pocas horas, además de boas, yacarés, carpinchos y la emblemática cigüeña jabirú.
Por Julián Varsavsky
Foto: Ruth Schwittay
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Tomado de Página 12, Turismo 12, del 13 de mayo de 2012


Formosa: Das Sumpfland La Estrella, das Reich des Jaribu


Tierwelt zu Wasser und Land


Um die 400.000 Hektar bilden das Feuchtgebiet La Estrella im Nordwesten von Formosa. Es handelt sich um ein staunenswertes Naturschutzgebiet, in dem zahlreiche Tierarten leben: Über Land und über Wasser kann man während der Ökotourismus-Ausflügen eine unglaubliche Menge an Vögeln in wenigen Stunden beobachten, dazu noch Riesenschlangen, Alligatoren, Wasserschweine und den emblematischen Jaribu-Storch.

Von Julián Varsavsky

Der Sumpf La Estrella, ein Feuchtgebiet von mehr als 40.000 Hektar, ist der Dritte an Bedeutung in Südamerika, nach dem Moorland in Brasilien und den Ibera-Sümpfe. Es ist eine feuchte, von den Überläufen stromaufwärts des Pilcomayo gespeiste Oase mitten in der typischen semiariden Chaco-Landschaft: Das ist alles, was sie braucht, um eine unglaubliche szenische Schönheit an einem unerwartetem Ort zu entwickeln, denn hier versammeln sich unzählige Wasservögel.
Das Sumpfland in Formosa: eine feuchte Oase 
mitten in der typischen trockenen Chaco-Landschaft.


Es ist auch ein Boden tiefer Verwurzelung. Während der Busfahrt von der Stadt Formosa nach Las Lomitas habe ich zum ersten Mal in zehn Jahren des Umherreisens im ganzen Land zwei Menschen gehört, die sich in einer einheimischen Sprache unterhielten: dem Pilagá. Aber auf dem Boden von Formosa sprechen mehrere Tausend Menschen auch noch zwei andere Sprachen, nämlich die Wichi- und die Toba Sprache. Und obwohl Las Lomitas eine gewisse Bedeutung durch den Zwangsaufenthalt Menems während der Diktatur erlangt hat, kommt man in diese Ortschaft vor allem, um Vögel zu sichten, Dutzende verschiedene Arten. 
Man könnte meinen, dass der Fotograf einiger der Bilder für diesen Artikel ganze Wochen mit starken Objektiven mitten im Grasland dazu gewartet hat... trotzdem, die Realität im Sumpfland La Estrella ist eine andere (und nicht weniger attraktiv): Es gibt Tiere im Überfluss und man kann sich so nahe an sie heranpirschen, dass man schließlich die Linse einen halben Meter vor dem Rachen eines Alligators einstellen kann. Eine Herausforderung für jeden Liebhaber der Fotografie und der Tierwelt.

IN RICHTUNG SUMPFLAND 



Der vorgeschlagene Ausflug besteht darin, in einem Land Rover Defender zu starten, um ein Rundfahrt durch den Nationalpark Río Pilcomayo, dem Sumpfgebiet La Estrella und dem Naturschutzgebiet Formosa zu machen. Man kann von der Hauptstadt Formosa oder von Laguna Blanca, 60 Kilometer weit von Clorinda, aus starten und über Formosa oder Clorinda wieder zurückfahren (je nachdem, wie jeder 
Einzelne angekommen ist, kann dies im Flieger, Bus oder in seinem eigenen Auto geschehen). Obgleich jeder Ort auch einzeln besichtigen werden kann, ist es natürlich ideal, die Fahrt durch alle drei zu machen.
Seit unserer letzten Reise in diese Region, wurde die Schotterpiste - die gleichzeitig ein Schutzwall ist, um den Vormarsch des Feuchtgebietes zu stoppen - asphaltiert, und man durchfährt so die Sümpfe über eine Art Straßenbrücke, von der man eine sehr gute Aussicht über die Unermesslichkeit der Champales hat (auf diese Weise kann man über die neue Landstraße die Strecke in kaum 20 Minuten von Las Lomitas aus schaffen). Diese Champales, ein Wort das die eben eingetroffenen sehr schnell zu hören bekommen, sind die markantesten Merkmale der flachen Landschaft des Sumpfgebietes, entstanden durch die Überläufe des Pilcomayo-Flusses auf die Urwälder des trockenen Chaco, deren Bäume von dem Wasser erstickt wurden.
Foto: Ruth Schwittay 
Trotzdem blieben die roten Quebrachos, Palisander und Johannisbrotbäumen dort stehen, mit den Silhouetten ihrer Baumkronen ohne Blätter vor dem Abendhimmel und verdoppelt im Wasserspiegel. Auffällig ist, dass die Natur auch hier kein Halt gemacht hat: Viele dieser Baum-Skelette wurden von Kletterpflanzen überwuchert, die sie ganz eingehüllt und ihnen ein Volumen gegeben haben, so dass sie von Weitem aussehen, als seien sie von einer grünen Decke bedeckt. Wie ein Geist. Denn "Champal" ist eben das Wort in der Pilagá-Sprache für die Geister.

Andererseits reichen zehn Minuten auf der Landstraße, mit dem Feuchtgebiet zu beiden Seiten, um dutzende Vögel zu beobachten. Und unter diesen allen kann sich die auffallende Silhouette des Jaribu sich nur hervorheben, einem Storch, der bis zu 1,40 Meter groß wird und einen schwarzen Kopf mit einem prächtigen roten Halsschmuck und einen weißen Körper hat. Typisch für den amerikanischen Chaco, sieht man sie zu hunderten im Sumpfgebiet, oft hoch oben auf einem Champal stehend.
Nach unserer Ankunft sind wir auch von einem anderen Teil des Feuchtgebietes aus los geschifft. Dorthin kommt man immer auf Erdstraßen, weshalb es sich empfiehlt, diese Strecke mit einem 4x4-Fahrzeug zu machen. Dieser andere Teil liegt an die 70 Kilometer nordwestlich von Las Lomitas und ist eigentlich nichts weiter als ein von den für diese Zone typischen kreolischen Viehzüchter bewohnten Weiler. Unter ihnen, Carlos Maldonado, der Bootsführer, der, während er uns durch die Landschaft fährt, uns erzählt, dass er eigentlich von der Viehzucht und vor allem, von der Schweinezucht mitten im Feuchtgebiet lebt. Es fällt uns auf, dass in Fortín La Soledad, wohin wir die Wasserfahrt machen, es nicht nur Champas gibt, sondern vermischt auch Caranday-Palmen und dass die Champallandschaft, weit entfernt von trübe und düster, sehr laut und voller Leben ist. So viel Lebhaftigkeit ist auf tausende Vögel von um die 300 Arten zurückzuführen, die in den Sümpfen leben. Bei jedem Sonnen Auf- und Untergang gibt es ohrenbetäubende Konzerte von chaotischem Krächzen, zusammen mit den hysterischen Schreien der Kiebitze, den aufmerksamen Rufen des Halsband-Tschaja, immer in Paaren, das scharfe und schrille Pfeifen der Schneckenweihe und das Grunzen der Olivenscharbe, dem Schwein ähnlich. Manchmal hört man auch das Klopfen der Jaribu-Schnäbel auf dem Holz, oder sogar das Flügelschlagen, wie die beiden, die uns zehn Meter über unseren Köpfen überrascht haben und sich gegenseitig in der Luft provozierten, wie wenn sie Streit suchten.

ANWESENHEIT VON ALLIGATOREN

Die grimmige Miene des furchterregenden Alligators

Während der Fahrt, als das Boot einen grünen Teppich von Wassersalat und weiten Flächen von Wasserhyazinthen durchkreuzt, haben wir Gelegenheit, ein Jaribu-Nest hoch oben auf einem Champal zu sichten. Dort ernährt eine Mutter ihre Küken, indem sie ihnen den zermalmten Fisch in den Schnabel steckt, den sie im Kropf mitgebracht hat. Aber die faszinierendste Präsenz des Feuchtgebiets ist der Alligator; der erste taucht nahe am Ufer auf, verschlafen in der Sonne und mit offenem Rachen. Während der Führer das Boot ans Ufer bringt, streift es mit dem Bug beinahe den Kopf des Tieres, das wie versteinert scheint. Fünf Meter weiter hinten zieht ein lauter Tauchgang unsere Aufmerksamkeit auf uns und wir sehen ein paar Alligatoren zwischen den Gräsern herauskommen und auf dem Wasser mit wellenförmigem Körper wie Schlangen gleiten.
Es gibt wirklich beeindruckende Exemplare, bis zu zwei ein halb Meter lang, die manchmal so unheimlich durch ihre Nasen blasen, dass sich einem die Haare sträuben. Andere bleiben untergetaucht, wie lauernde Mörder, bis wir nur einen Meter vom Boot entfernt ihre verräterischen Augen kaum über der Wasseroberfläche entdecken.
Weiter vorn, während wir weiterfahren, erscheinen einige Wasserschweine. Diese Nagetiere gelten als die größten der Welt und werden bis zu 80 Kilo schwer, denn sie vertreiben sich mit Hingabe den ganzen Tag mit Grasabnagen: genau dazu sind ihre zwei großen Schneidezähne da. 
Es können auch Boa-Riesenschlangen gesichtet werden (oder auch Gelbe Anakonda genannt, verwandt mit der Grünen Anakonda aus dem Orinokobereich), wie sie einen der trockenen Bäumen umschlungen halten, wenn sie nicht in den niedrigen Gewässern des Sumpfes umher mäandrieren. In dem klaren Wasser sieht man auch Alsen und Piranhas, und am Ufer ist es üblich die Jaribu-Störche zu beobachten, wie sie mit ihrem Schnabel fischen, die langen Beine im Wasser und der rote Kropf geschwollen vor lauter Nahrung. Andere viel vorkommende Arten sind die Enten (wie die farbigen Barbarie-Enten, Witwen-Pfeifenten und Stockenten), Rosalöffler, ein kleiner Vogel, Weissnonnentyrann genannt, die schwarzen Olivenscharben, die ihre ausgebreiteten Flügel in der Sonne nach einem Fischerausflug trocknen, und dazu tausende von gekrönten Nachtreihern, Fisch- und Silberreihern.
Schließlich, nach einer Fahrt von mehreren Stunden, steigen wir in einer kleinen Insel mitten im Sumpf aus und suchen den Schatten eines alten Johannisbrotbaumes auf. Am Ort, den die Führer "campo de Don Mario Rodríguez" nennen, werden wir von einem Picknick aus Maultaschen, Empanadas genannt, gefüllt mit Trockenfleisch, dazu die paraguayische Suppe - ein Suffle aus Maismehl, Zwiebeln, Käse und Maiskörnern - und Papaya in Sirup mit Käse als Nachtisch erwartet. Nach einer Luxus-Siesta in einer Hängematte in der freien Luft, begeben wir auf eine kurze Wanderung von drei Kilometer durch den trockenen Chaco-Urwald. Dort gibt es reichlich Quebrachos, Johannisbrotbäume, Palisander und einige Orchideen. Auf den Bäumen machen die gesprächigen Papageien ihre Nester und in den hohen Gräsern laufen die scheuen Rehe, die Ameisenbären und Vögel wie der Weißflügeltrupial mit seinen schwarzen Flügeln und orangenem Kopf. Zur Vesperpause zaubert der Führer einen sehr proteischen Kuchen aus Mehl des Johannisbrotbaumes herbei und erklärt uns, dass dieses Mehl in der Zone von den Wichi produziert wird, die die trockenen Schoten im Dezember sammeln, sie mahlen und später in anderen Provinzen, inklusive Buenos Aires, verkaufen.

DER NATIONAL-PARK PILCOMAYO

Eine Schar von schwarzbauchigen Sirirí-Enten in vollen Flug

Der ganze Ausflug umfasst außer dem Sumpfgebiet auch eine Rundfahrt durch den National-Park Río Pilcomayo, in dem die typischen Umfelder des Feuchten und Ost-Chaco geschützt werden. Innerhalb seiner fast 52.000 Hektar werden typische Palm-Savannen und inselartige Stücke von hohem Urwald, Grasland, Sümpfe und Lagunen bewahrt. Dort werden gute Beispiele der vielfältigen Flora und Fauna des Gran Chaco erhalten: Unter den auffälligsten Arten leben hier Alligatoren, Riesenschlangen, Brüllaffen, Nabelschweine und der scheue Mähnenwolf, ein echtes Wahrzeichen des Nationalparks. Unter den Vögeln, die neugierige Beobachter und Fotografen anziehen, gibt es Elstern, Charatas (eine Fasanenart), Rhea-Strauße, rotbeinige Chuñas (Stelzvögel) und Alectrurus Risora, eine Art die kürzlich zum Provinz-Denkmal erklärt worden ist.
Die Rundfahrt schließt auch den Naturschutzpark Formosa mit ein, der sich am westlichen Ende der Provinz befindet, am nördlichen Ufer des Bermejo-Flusses. Dieser entlegene Ort bietet als Beispiel in 10.000 Hektar des semiariden Chaco an: Am Flussufer haben sich Auwälder gebildet, die sich abwechseln mit der Trockenheit der Quebracho- und Palisander-Wälder. Auf ihren Pfaden sind die schwarzbeinigen Chuñas, Kaktus-Spechte, Kaninchen, Gürteltiere und - mit etwas Glück - vielleicht einen Ameisenbär zu sehen. Was man nicht sieht ist aber zu erraten: Am Uferstand bleiben die Spuren zahlloser wassersuchenden Tieren zurück und so sind oft die Hinterlassenschaften von Alligatoren, Nabelschweinen und manchmal auch eines Tapirs zu entdecken.
Aus: Página 12, Turismo 12
Sonntag, dem 13. Mai 2012
Übersetzung: Ruth Schwittay




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