26 nov. 2016

Am Sonntag ist es wieder so weit: Die erste Kerze am Adventskranz wird entzündet. Doch woher stammt dieser Brauch? Vor 177 Jahren hat Johann Hinrich Wichern, der Begründer der neueren Diakonie, den ersten Adventskranz im RauhenHaus in Hamburg aufgestellt. 


Johann Hinrich Wichern, einer der Gründerväter der evangelischen Diakonie, gilt als Erfinder des Adventskranzes. Vor 177 Jahren, im Advent des Jahres 1839, ließ der Theologe Wichern im Betsaal des "Rauhen Hauses" – eines Kinderheims in Hamburg – einen Leuchter mit roten und weißen Kerzen für die Werk- und Sonntage aufhängen. 
Jeden Tag wurde eine Kerze vor den ungeduldig auf Weihnachten wartenden Kindern entzündet. Der Wichern-Adventskranz hat in diesem Jahr 28 Kerzen – 4 dicke weiße für die Adventssonntage und 24 für die Werktage ab dem ersten Advent bis Heiligabend. 
Die heute üblichen Adventskränze beschränken sich meistens auf die vier Sonntagskerzen. Das Bild zeigt den Adventskranz, wie er seit 2008 vom Evangelischen Johannesstift gespendet und von der Diakonie Deutschland überreicht, in der Lobby des Deutsche Bundestages steht. Bei der Übergabe sagte Präsident Lilie: "Sein Licht ist ein Stückchen unserer Kultur, und gleichzeitig ein religiös begründetes Symbol des Trotzes gegen alle Dunkelheiten und Kälte jeder Art. Sein Erfinder Wichern steht für eine Haltung, die an den Schwächsten der Gesellschaft eben nicht vorbeisieht, sondern sie und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt: Dafür setzen wir uns als Diakonie bis heute ein."